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Initiativen kinderfreundliche Gastronomie

Wenn ich mich mit Freundinnen und Kindern außerhalb privater Räumlichkeiten verabreden möchte, stehe ich immer erstmal vor der Frage “Wohin?”. Wo können sich die Erwachsenen unterhalten und die Kinder nicht den Laden auseinander nehmen? Ich bin mir auch bewusst darüber, dass nicht jeder kinderlose Gast es süß findet, wenn die lieben Kleinen kreischend um seinen Tisch rennen oder gar Essen abhaben wollen. Wie also sollte ein kinderfreundliches Café oder Restaurant aussehen?


In vielen deutschen Städten haben sich in den letzten Jahren Initiativen zum Thema Kinderfreundliche Gastronomie gebildet. Der Grundgedanke hinter den meisten ist eine Kennzeichnung der gastronomischen Betriebe als kinderfreundlich bzw. Den Lokalen einen Anreiz zu bieten, bestimmte Kriterien zu erfüllen um eine Art “Auszeichnung” als kinderfreundliches Restaurant oder Café zu bekommen.

In Aalen z.B. gibt es den Schlemmerstern. Eine Initiative, die vom Kinderschutzbund, Heimatsmühle und ACA unterstützt wird. Gastronomiebetriebe in und um Aalen können sich eine Schlemmerstern-Urkunde verdienen, wenn sie mindestens fünf kinderfreundliche Angebote in den Bereichen Essen und Trinken, Spiel und Spaß, Außenbereich und Service bereithalten. Überdies gibt es einen Schlemmerpass für die Kinder, eine Bonuskarte, die zum erneuten Restaurantbesuch animiert und das Wiederkommen belohnt.

In Brühl zertifiziert ein Projekt des Arbeitskreises Kindgerechte Stadt Agenda 21 Brühl mit Vertreter(-inne)n der Verbraucherzentrale NRW, des Deutschen Kinderschutzbundes Brühl und interessierten Bürgerinnen und Bürgern in Zusammenarbeit mit dem DHGO, dem Brühler Gastronomenstammtisch und der Stadt Brühl, kinderfreundliche Lokale. Ein eigens kreeiertes Logo zeichnet die Betriebe aus, die mindestens drei kinderfreundliche Angebote bereithalten. Je eines aus den Bereichen Ausstattung, Service und Beschäftigungsangebote und Speisen- und Getränkeangebot.

Die Heinz Müller-Stiftung “Fröhliches Kind” stellt auf ihrer Internetseite www.heinzmuellerstiftung.de die Aktion “Kinderfreundliche Location in Hessen” vor. Diese sucht die kinderfreundliche Location 2014 in Hessen. Die Intention ist,” mehr Kinderfreundlichekeit in Gaststätten, Restaurants, Cafes, Hotels etc.” zu fördern. Die Stiftung verleiht eine Auszeichnung samt Urkunde und Logo, mit der die Betriebe dann auch werben können. Nach einer Bewerbung eines gastronomischen Betriebs erfolgt die Zertifizierung durch eine Bewertungskommission. Diese besteht laut Angaben der Stiftung aus drei Personen: dem Stiftungsgründer, einem/-r Erzieher/-in und einem DEHOGA-Vertreter. Die Zertifizierung findet einmal im Jahr statt und wird jährlich neu überprüft.

Das “Familienprojekt Dortmund” stellt im Internetportal der Stadt Dortmund auf der Famlienseite gastronomische Betriebe vor, die als kinder- bzw. familienfreundlich ausgezeichnet wurden. Gaststätten können sich mit Hilfe eines Bewerbungsbogen für eine Auszeichnung bewerben.

Je nach Projekt oder Initiative wird ein Café oder Restaurant als kinder- oder familienfreundlich eingestuft. Allen gemein ist ein Kriterienkatalog, der bestimmte Ausstattungsmerkmale für Kinderfreundlichekeit enthält. Mal reicht eine Selbsteinschätzung und die eigenen Angaben des Betriebs, mal beurteilt eine Bewertungskommission oder ein anderer außenstehender über die Erfüllung der Kriterien.


Es gibt aber auch Internetportale oder Gruppen in solzialen Netzwerken, die Restaurant- oder Cafeempfehlungen sammeln. Hier beurteilen Familien/ Eltern Restaurants, die sie besucht haben und geben Empfehlungen oder berichten von Negativ-Beispielen. Die Familien sind quasi als Testpersonen unterwegs und bewerten die tatsächliche Kinderfreundlichkeit in der Praxis. Eltern und Kinder haben nochmal einen anderen Blick auf die Umsetzung des Konzepts der kinderfreundlichen Gastronomie. Sie haben andere Prioritäten. Es kann sich demnach lohnen die Familienfreundlichkeit von Cafes oder Restaurants von zwei Seiten zu beurteilen. Aus Sicht des Unternehmers und seiner Selbsteinschätzung und aus der Perspektive der Zielgruppe samt ihrer Erwartungen.

Viele Eltern und Familien sind auf der Suche nach kinderfreundlichen Gaststätten. Der Austausch von Tipps rund um das Thema nimmt gerade im Internet viel Raum ein und gibt den Projekten und Initiativen ihre Daseinsberechtigung.
1.4.15 20:29


Restaurant Stapelskotten, Wolbecker Straße, Münster

Unser erster Familienausflug seit langem, da unser Zweijähriger bisher nur bedingt kompatibel war mit einem entspannten Aufenthalt in einem Lokal war. Doch nun ist er etwas reifer, nicht mehr ganz so unstet und wir wagten den Ausflug zum Mittagessen ins Restaurant Stapelskotten. Es liegt etwas auswärts, an der Wolbecker Straße, ein Stück vor der Werse und dem Freibad Stapelskotten. Von der Lage her lässt sich ein Besuch hier prima mit einer Fahrradtour an der Werse verbinden.

Sonntags wird hier von 11.30 bis 14.00 Uhr ein Buffet angeboten. Man zahlt 16,50€ pro Erwachsenem und Kinder unter zwölf zahlen je Lebensalter 1€. Getränke gehen extra. Das ist sicher kein Schnäppchen, aber ein Fleisch- oder Fischgericht kostet anderswo auch nicht weniger.

Da unsre Fünfjährige beim Essen recht wählerisch ist, Gemüse z.B. gänzlich ablehnt, ist es beim Buffet für uns immer wichtig, dass die Auswahl groß genug ist, um alle satt zu kriegen.

Wir waren pünktlich um 11.30 Uhr da, somit bot man uns freie Platzwahl an. Sonniger Wintergarten oder uriger, etwas dunklerer Gastraum. Wir wählten letzteres, um näher am Buffet zu sein. Auf Nachfrage brachte man uns einen älteren, aber bequemen Kinderhochstuhl und die Bedienung brachte unaufgefordert eine kleinere Gabel für den Zweijährigen. Damit hatte sie bei mir schon mal gepunktet. Überhaupt war das gesamte Personal sehr freundlich.

Das Buffet bot eine gute und leckere Auswahl. Wobei ich gestehen muss, dass ich keine großen Ansprüche haben, Hauptsache mal nicht selber kochen :-) Beim Nachtisch wurde ich sogar noch darauf aufmerksam gemacht, dass das Tiramisu Alkohol enthält und daher für die Kinder ungeeignet sei.

Eine Spielecke gab es nicht, aber im Flur stand ein Tisch mit gesammeltem Spielzeug, ein paar Bücher und Holzpuzzles. Etwas dürftig, aber immerhin. Da wir dank des Buffets keine Wartezeiten beim Essen hatten, brauchten wir das Spielzeug auch nicht wirklich.

Im Sommer kann man draußen sitzen und dort gibt es im weitläufigen Garten ein Spielgerüst mit Schaukel und Rutsche.

Die kindgerechte Ausstattung ist sicher ausbaufähig, das wurde aber durch die aufmerksame und freundliche Atmosphäre wettgemacht. Zur Rechnung gab es dann für jedes Kind noch einen Lutscher. Und alle, Kinder und Eltern, kommen gern nochmal wieder. Dann im Sommer :-)
23.3.15 20:25


Vor 20, 30 oder mehr Jahren wären unsere Mütter wohl nicht diesem Thema nachgegangen, weil sich die Frage für sie gar nicht stellte. Mütter waren mit ihren Kindern zu hause oder man traf sich bei den Nachbarn. Außerhalb des Hauses ging es zu Veranstaltungen von Kindergarten und Schule, Sportvereinen o.ä.. An Feiertagen ging es vielleicht dann mal in ein Restaurant mit Kind und Kegel, wo sich die Kinder zu benehmen hatten.

Sicher gab es Ausnahmen. Frauen, die sich schon damals ihre Freiheiten als Frau nicht nehmen ließen und mit Kind ihre Träume verwirklichten. Aber sie waren doch eher Exoten und wer seine Kinder mit in ein Café nahm, wurde, vor allem, wenn eines der Kinder noch laut war oder gar tobte, schräg angesehen.

Der Lebensraum der Mütter war ein ganz eigener und hatte mit dem von Kinderlosen kaum Schnittpunkte. Doch so wie der Anspruch an Mütter gewachsen ist, haben auch Mütter heute eine andere Vorstellung von ihrem Leben mit Kind. Frau möchte nicht zu viele Freiheiten einbüßen und auch mit Kindern am urbanen sozialen Leben teilhaben.

Urban ist hier wohl das ausschlaggebende Stichwort, denn vor allem Mütter, die in der Großstadt leben, sehnen sich immer mehr auch mit Kind nach einem Dasein außerhalb der eigenen vier Wände. Sie wollen sich mit anderen Müttern, aber auch mit kinderlosen Freunden in Cafés treffen, quatschen und entspannen. Die so genannten Latte-Macchiato-Mütter fallen einem dabei wohl als erstes ein.  

Für mich begann das Nachdenken zum Thema Kinderfreundlichkeit in Gaststätten auch erst mit meinem zweiten Kind. Meine große Tochter konnte ich in jungen Jahren recht problemlos mit in Cafes und Restaurants nehmen. Sie war gut zufrieden, wenn sie in meiner Nähe war und dabei sogar noch ein Stück Kuchen für sie heraussprang. Doch mit etwa vier Jahren änderte sich das. Der Kuchen war schnell aufgegessen und dann kam die Langeweile. Jede Mutter wird mir zustimmen, dass Kinder, die sich langweilen schnell anstrengend werden. In meinem Fall kam auch noch mein Zweitgeborener dazu, der mit seinen eineinhalb Jahren im Galopp und mit unbändiger Neugier die Welt eroberte. Er war nie länger als zehn Minuten in einem Kinderstuhl zu halten. Beim Cafebesuch mit Freunden bedeutete dies, dass mein Kaffee in kürzester Zeit getrunken werden musste, dabei galt es die Kinder im Idealfall mit Kuchen bei Laune und ruhig zu halten und dem Gespräch der Freundinnen zu folgen.

Beim Restaurantbesuch mit Mann und Kindern war es ein ähnliches Bild. Hier kam aber noch eine Schwierigkeit hinzu, die Wartezeit. Bis das Essen erst einmal auf dem Tisch war, musste Beschäftigung her, denn gelangweilte und hungrige Kinder sind noch anstrengender.

Nachdem ich eine Zeit lang meinen rastlosen Kindern und mir mit meinen schwachen Nerven die Schuld am Dilemma gegeben hatte, wurde mir nach einem recht entspannten Urlaub in einem Familotel klar, dass die Gastronomie und nicht wir das Problem waren. Das Familotel ist sicher kein Maßstab für jeden gastronomischen Betrieb, zumal die Zielgruppen ja auch unterschiedlich sind. Aber das ein oder andere Café oder Restaurant sollte sich hier zumindest mal inspirieren lassen.


Schon ein paar einfache Dinge machten das Essen im Familotel um ein Vielfaches entspannter als im heimischen Restaurant. Da gab es ausreichend Kinderstühle, mit und ohne Rausfallschutz und somit passend für den Einjährigen als auch für die Vierjährige. Eine kleine begrenzte Spielecke machte es möglich am Tisch zu sitzen, zu essen und dabei den Nachwuchs beim Spielen zuzuschauen, statt ihn quer durch den Speisesaal zu verfolgen. Diese Spielecke war mit seinen vielleicht vier Quadratmetern Fläche gar nicht mal so groß, bot aber ein wenig Spielzeug für Babys und Kleinkinder und war durch einen “Zaun” aus Holz mit intergrierten Spielelementen und einer kleinen Tür begrenzt. Kleiner Aufwand, große Wirkung.

Ließe sich so etwas nicht in fast jedem Café oder Restaurant verwirklichen? Ein Bereich für Familien mit Kindern in der Nähe einer kleinen Spielecke. So viel erstmal zur Wunschvorstellung.

 

21.3.15 13:32


Kriterien für familienfreundliche Gastronomie

Ausstattung/ Unterhaltungsangebot:

•    Barriere- und Bewegungsfreiheit
•    Platz für Kinderwagen
•    Kindergarderobe
•    Kinderhochstühle und Sitzerhöhungen für ältere Kinder
•    Flaschenwärmer
•    Kinderbesteck /-geschirr
•    Abgerundete Kanten an Tischen und Möbeln
•    Kindersichere Steckdosen
•    Sicherung von Treppenauf- und -abgängen
•    Wickelmöglichkeit
•    Kindertoiletten oder -aufsatz
•    Stillecke
•    Familientische, vielleicht seperiert, damit sich andere Gäste nicht gestört fühlen
•    Kindermöbel/ -tische
•    Spielecke oder sogar ein begrenzter Raum für Kleinkinder
•    Spiel- und Unterhaltungsangebote wie Spielzeug, Malutensilien, Bastelsachen
•    Spielplatz im Außenbereich
•    Hausapotheke, Erste-Hilfe-Kasten


Speisen- und Getränkeangebot

•    Eine spezielle Kinder-Speise- und Getränkekarte mit kleineren kindgerechten Portionen, die vielleicht sogar aus verschiedenen Gerichten zusammengestellt werden können
•    Kinderspeisen sind auffallend und ansprechend dekoriert
•    Das Essen sollte abwechslungsreich, frisch und gesund sein
•    Ein sogenannter “Räuberteller”, ein leerer Teller, ermöglicht den Kindern bei den Eltern mit zu essen


Service

•    Give-Aways, kleine Aufmerksamkeiten wie Bonbons oder Werbeartikel speziell für die kleinen Gäste
•    Kinderfreundliches Personal, das sich nicht an kindgerechtem Verhalten stört
•    Bevorzugte Behandlung von Kindern, sie erhalten z.B. ihr Essen schneller, um langweilige Wartezeiten zu vermeiden
•    Kinderbetreuung
•    Familienfreundliche Öffnungszeiten z.B. am Abend ab 17 Uhr
•    Insgesamt sollte eine angenehme, entspannte Atmosphäre herrschen, wo sich jeder und vor allem die Kinder willkommen fühlen.

21.3.15 13:33


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