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Vor 20, 30 oder mehr Jahren wären unsere Mütter wohl nicht diesem Thema nachgegangen, weil sich die Frage für sie gar nicht stellte. Mütter waren mit ihren Kindern zu hause oder man traf sich bei den Nachbarn. Außerhalb des Hauses ging es zu Veranstaltungen von Kindergarten und Schule, Sportvereinen o.ä.. An Feiertagen ging es vielleicht dann mal in ein Restaurant mit Kind und Kegel, wo sich die Kinder zu benehmen hatten.

Sicher gab es Ausnahmen. Frauen, die sich schon damals ihre Freiheiten als Frau nicht nehmen ließen und mit Kind ihre Träume verwirklichten. Aber sie waren doch eher Exoten und wer seine Kinder mit in ein Café nahm, wurde, vor allem, wenn eines der Kinder noch laut war oder gar tobte, schräg angesehen.

Der Lebensraum der Mütter war ein ganz eigener und hatte mit dem von Kinderlosen kaum Schnittpunkte. Doch so wie der Anspruch an Mütter gewachsen ist, haben auch Mütter heute eine andere Vorstellung von ihrem Leben mit Kind. Frau möchte nicht zu viele Freiheiten einbüßen und auch mit Kindern am urbanen sozialen Leben teilhaben.

Urban ist hier wohl das ausschlaggebende Stichwort, denn vor allem Mütter, die in der Großstadt leben, sehnen sich immer mehr auch mit Kind nach einem Dasein außerhalb der eigenen vier Wände. Sie wollen sich mit anderen Müttern, aber auch mit kinderlosen Freunden in Cafés treffen, quatschen und entspannen. Die so genannten Latte-Macchiato-Mütter fallen einem dabei wohl als erstes ein.  

Für mich begann das Nachdenken zum Thema Kinderfreundlichkeit in Gaststätten auch erst mit meinem zweiten Kind. Meine große Tochter konnte ich in jungen Jahren recht problemlos mit in Cafes und Restaurants nehmen. Sie war gut zufrieden, wenn sie in meiner Nähe war und dabei sogar noch ein Stück Kuchen für sie heraussprang. Doch mit etwa vier Jahren änderte sich das. Der Kuchen war schnell aufgegessen und dann kam die Langeweile. Jede Mutter wird mir zustimmen, dass Kinder, die sich langweilen schnell anstrengend werden. In meinem Fall kam auch noch mein Zweitgeborener dazu, der mit seinen eineinhalb Jahren im Galopp und mit unbändiger Neugier die Welt eroberte. Er war nie länger als zehn Minuten in einem Kinderstuhl zu halten. Beim Cafebesuch mit Freunden bedeutete dies, dass mein Kaffee in kürzester Zeit getrunken werden musste, dabei galt es die Kinder im Idealfall mit Kuchen bei Laune und ruhig zu halten und dem Gespräch der Freundinnen zu folgen.

Beim Restaurantbesuch mit Mann und Kindern war es ein ähnliches Bild. Hier kam aber noch eine Schwierigkeit hinzu, die Wartezeit. Bis das Essen erst einmal auf dem Tisch war, musste Beschäftigung her, denn gelangweilte und hungrige Kinder sind noch anstrengender.

Nachdem ich eine Zeit lang meinen rastlosen Kindern und mir mit meinen schwachen Nerven die Schuld am Dilemma gegeben hatte, wurde mir nach einem recht entspannten Urlaub in einem Familotel klar, dass die Gastronomie und nicht wir das Problem waren. Das Familotel ist sicher kein Maßstab für jeden gastronomischen Betrieb, zumal die Zielgruppen ja auch unterschiedlich sind. Aber das ein oder andere Café oder Restaurant sollte sich hier zumindest mal inspirieren lassen.


Schon ein paar einfache Dinge machten das Essen im Familotel um ein Vielfaches entspannter als im heimischen Restaurant. Da gab es ausreichend Kinderstühle, mit und ohne Rausfallschutz und somit passend für den Einjährigen als auch für die Vierjährige. Eine kleine begrenzte Spielecke machte es möglich am Tisch zu sitzen, zu essen und dabei den Nachwuchs beim Spielen zuzuschauen, statt ihn quer durch den Speisesaal zu verfolgen. Diese Spielecke war mit seinen vielleicht vier Quadratmetern Fläche gar nicht mal so groß, bot aber ein wenig Spielzeug für Babys und Kleinkinder und war durch einen “Zaun” aus Holz mit intergrierten Spielelementen und einer kleinen Tür begrenzt. Kleiner Aufwand, große Wirkung.

Ließe sich so etwas nicht in fast jedem Café oder Restaurant verwirklichen? Ein Bereich für Familien mit Kindern in der Nähe einer kleinen Spielecke. So viel erstmal zur Wunschvorstellung.

 

21.3.15 13:32
 


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